WordPress zu neuem Hoster migrieren: Checkliste für einen sicheren Umzug

Von · 09. Mai 2026 · 9 Minuten Lesezeit

Irgendwann ist der Moment gekommen: Der aktuelle Hoster ist zu langsam, zu teuer oder der Support lässt zu wünschen übrig. Ein WordPress-Umzug klingt nach viel Aufwand und Risiko, aber mit der richtigen Vorbereitung läuft er reibungslos. Hier ist die vollständige Checkliste.

Schritt 1: Vollständiges Backup erstellen

Bevor du irgendetwas anfasst: Erstelle ein vollständiges Backup deiner aktuellen Installation. Das Backup muss zwei Teile umfassen:

  • Alle Dateien: Der gesamte WordPress-Ordner inklusive wp-content, wp-config.php und .htaccess
  • Die Datenbank: Ein MySQL-Dump im SQL-Format, exportiert über phpMyAdmin oder ein Backup-Plugin

Das Plugin "UpdraftPlus" erstellt auf Knopfdruck ein vollständiges Backup und lädt es direkt in Google Drive oder Dropbox hoch. Lies mehr dazu in unserem Artikel WordPress-Backup erstellen.

Schritt 2: Neues Hosting einrichten

Richte beim neuen Hoster eine leere Datenbank und einen Datenbankbenutzer mit allen notwendigen Rechten ein. Notiere dir Datenbankname, Benutzername, Passwort und Datenbankhost, diese Daten brauchst du später für die wp-config.php. Richte auch alle E-Mail-Konten und FTP-Zugänge ein, die du brauchst.

Schritt 3: Dateien und Datenbank übertragen

Lade alle WordPress-Dateien per FTP auf den neuen Server. Importiere anschließend den Datenbank-Dump in die neue Datenbank, am einfachsten über phpMyAdmin mit "Importieren". Passe danach die wp-config.php an die neuen Datenbankzugangsdaten an. Falls die Domain wechselt oder eine andere URL verwendet wird, passe auch die WordPress- und Siteurl-Einträge in der Datenbank an.

Schritt 4: Test über hosts-Datei

Jetzt kommt der entscheidende Schritt, um ohne Ausfallzeit zu migrieren. Ändere auf deinem lokalen Computer die hosts-Datei, damit deine Domain temporär auf den neuen Server zeigt, ohne die öffentlichen DNS-Einträge zu ändern:

  • Windows: C:\Windows\System32\driverstc\hosts
  • macOS/Linux: /etc/hosts

Füge einen Eintrag ein: NEUE-SERVER-IP deine-domain.de. Jetzt siehst du beim Aufruf der Domain die neue Version des Servers, alle anderen Besucher sehen noch die alte. Teste alles gründlich: alle Seiten, Formulare, den Checkout (falls WooCommerce), Downloads und das Backend.

Schritt 5: DNS umstellen

Wenn alles auf dem neuen Server einwandfrei funktioniert, ändere den A-Record deiner Domain beim Domain-Registrar auf die IP-Adresse des neuen Servers. Setze die TTL (Time to Live) vorher auf einen niedrigen Wert (zum Beispiel 300 Sekunden), damit die DNS-Änderung schnell propagiert wird.

Wichtig: DNS-Propagation dauert in der Regel 1 bis 24 Stunden, auch wenn die offiziellen Angaben kürzer sind. Halte in dieser Zeit beide Server aktiv und mache keine Änderungen an der Website.

Schritt 6: SSL-Zertifikat einrichten

Sobald die Domain auf den neuen Server zeigt, richte sofort das SSL-Zertifikat ein. Die meisten Hoster bieten Let's Encrypt-Zertifikate kostenlos über das Hosting-Panel an. Stelle sicher, dass alle internen Links und Medien-URLs auf HTTPS laufen, und richte eine 301-Weiterleitung von HTTP auf HTTPS ein.

Schritt 7: Nacharbeiten und Monitoring

Nach dem Umzug prüfe:

  • Google Search Console auf neue Crawling-Fehler überwachen
  • Alle Formulare erneut testen
  • E-Mail-Versand prüfen
  • Ladegeschwindigkeit auf dem neuen Server messen und mit dem alten vergleichen

Falls du 404-Fehler nach dem Umzug bekommst, hilft dir unser Artikel WordPress 404 nach Relaunch weiter. Und wenn du dir den ganzen Aufwand nicht selbst machen möchtest: rocks.optimize begleitet Hosting-Wechsel von Anfang bis Ende.

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