Du rufst deine Website auf und siehst nur Weiß. Keine Fehlermeldung, kein Text, nichts. Der sogenannte White Screen of Death (WSOD) ist eine der frustrierendsten WordPress-Situationen, weil er dir keinerlei Hinweis gibt, was falsch gelaufen ist. Aber es gibt klare Ursachen und klare Lösungswege.
Die häufigsten Ursachen
Der WSOD entsteht meistens durch einen dieser Faktoren:
- PHP-Speicherlimit zu niedrig: WordPress bekommt nicht genug RAM und bricht stillschweigend ab
- Plugin-Konflikt: Ein Plugin wirft einen fatalen PHP-Fehler, der die Ausgabe blockiert
- Theme-Fehler: Ein Syntaxfehler im Theme-Code verhindert das Laden der Seite
- Fehlerhaftes WordPress-Update: Eine unterbrochene oder fehlerhafte Core-Aktualisierung
- Korrupte .htaccess-Datei: Eine fehlerhafte Rewrite-Regel bricht die Ausgabe ab
Schritt 1: WP_DEBUG aktivieren
Als Erstes musst du herausfinden, welcher PHP-Fehler im Hintergrund steckt. Öffne wp-config.php per FTP und ergänze:
define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );
Lade die Seite neu. Schau dann in wp-content/debug.log. Dort steht oft in der ersten Zeile, welche Datei und welche Zeile den Fehler verursacht. Das ist dein Ausgangspunkt für alle weiteren Schritte.
Schritt 2: PHP-Speicherlimit erhöhen
Ergänze in der wp-config.php folgende Zeile, am besten direkt vor der Zeile mit "That's all, stop editing!":
define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' );
Viele günstige Hosting-Pakete begrenzen das PHP-Speicherlimit auf 64 oder 128 MB. Das ist für moderne WordPress-Installationen mit mehreren Plugins oft zu wenig. Alternativ kannst du das Limit auch in der php.ini oder .htaccess anpassen, je nach deinem Hosting-Anbieter.
Schritt 3: Alle Plugins per FTP deaktivieren
Verbinde dich per FTP mit deinem Server. Navigiere zu wp-content/plugins/ und benenne den gesamten Ordner um, zum Beispiel zu plugins-deaktiviert. Rufe deine Seite wieder auf. Wenn die weiße Seite weg ist, liegt das Problem bei einem deiner Plugins. Benenne den Ordner zurück und aktiviere die Plugins nacheinander im Backend, bis der WSOD erneut auftritt.
Schritt 4: Standard-Theme aktivieren
Wenn das Deaktivieren der Plugins nicht hilft, liegt der Fehler möglicherweise im Theme. Navigiere per FTP zu wp-content/themes/ und benenne deinen aktiven Theme-Ordner um. WordPress fällt dann automatisch auf ein Standard-Theme zurück (zum Beispiel Twenty Twenty-Four). Erscheint die Seite wieder, musst du deinen Theme-Code auf Fehler prüfen.
Schritt 5: .htaccess zurücksetzen
Eine korrumpierte .htaccess-Datei kann ebenfalls zum WSOD führen. Benenne die Datei im Hauptverzeichnis um (zum Beispiel zu .htaccess-alt) und erstelle eine neue mit diesem Mindestinhalt:
# BEGIN WordPress
<IfModule mod_rewrite.c>
RewriteEngine On
RewriteBase /
RewriteRule ^index\.php$ - [L]
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteRule . /index.php [L]
</IfModule>
# END WordPress
Danach einmal unter Einstellungen / Permalinks speichern, damit WordPress die .htaccess neu schreibt.
Professionelle Hilfe bei hartnäckigen Fällen
Wenn du alle Schritte durchgegangen bist und die weiße Seite bleibt, steckt oft ein tiefer liegender Server-Fehler dahinter, der PHP-Error-Logs auf Serverebene erfordert. In diesem Fall hilft dir rocks.optimize schnell weiter. Wir haben Zugriff auf alle notwendigen Diagnose-Tools und lösen auch hartnäckige WSOD-Fälle zuverlässig.
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Website-Optimierer und Gründer von rocks.optimize. Hilft KMU dabei, schnellere, sicherere und besser gefundene Websites zu bekommen.
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