Viele Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen fragen sich, ob sie ihre Website nicht selbst pflegen könnten, statt jährlich mehrere Hundert oder Tausend Euro an eine Agentur zu zahlen. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was unter "pflegen" gemeint ist. Für manche Aufgaben ist Selbstpflege eine gute Idee, für andere ist sie riskanter als sie aussieht.
Was du problemlos selbst erledigen kannst
Es gibt Aufgaben, für die du keine technischen Kenntnisse brauchst und die du mit einem guten CMS wie WordPress selbst übernehmen solltest:
- Texte auf bestehenden Seiten aktualisieren
- Neue Blogbeiträge schreiben und veröffentlichen
- Bilder in Beiträgen und Seiten austauschen
- Öffnungszeiten, Adressen und Kontaktinformationen anpassen
- Neue Produkte oder Leistungen mit vorhandenem Layout ergänzen
- Formulare testen und sicherstellen, dass Anfragen ankommen
Diese Aufgaben gehören dir. Wenn deine Agentur darauf besteht, für jede Textänderung eine Stunde zu berechnen, ist das kein gutes Zeichen. Ein modernes CMS ist genau dafür gebaut, dass du das selbst tun kannst.
Was du kannst, wenn du ein bisschen technisches Verständnis hast
Mit etwas Erfahrung und Vorsicht kannst du auch folgende Dinge selbst übernehmen:
- Google Analytics und Search Console einrichten und ablesen
- Google Business Profil pflegen
- Einfache SEO-Anpassungen: Meta-Titel, Beschreibungen, Alt-Texte
- Neue Seiten anlegen, wenn das Theme das ermöglicht
Wo es gefährlich wird: Updates
WordPress-Updates klingen harmlos. Klick, fertig. Doch WordPress-Kern-Updates, Plugin-Updates und Theme-Updates können untereinander Konflikte verursachen. Ein Update kann deine Website in Sekunden funktionsunfähig machen, wenn keine Vorkehrungen getroffen wurden. Konkrete Risiken:
- Plugin A ist nicht kompatibel mit WordPress 6.x
- Theme-Update überschreibt deine Custom-CSS-Anpassungen
- WooCommerce-Update bricht die Checkout-Seite
- Kein Backup vorhanden, kein Rollback möglich
Wenn du trotzdem selbst updaten willst: Mach vorher immer ein vollständiges Backup, teste zuerst in einer Staging-Umgebung und mache nie alle Updates auf einmal.
Wo es wirklich gefährlich wird: Sicherheit
Sicherheit ist das Feld, in dem "selbst machen" am teuersten werden kann. WordPress-Websites sind das häufigste Angriffsziel im Web, weil so viele davon betrieben werden. Was du ohne Fachwissen wahrscheinlich nicht ausreichend im Griff hast:
- Erkennen von kompromittierten Dateien
- Malware-Scanning und Bereinigung nach einem Angriff
- Firewall-Konfiguration auf Hosting-Ebene
- Überwachung verdächtiger Login-Versuche
- Sichere Passwort-Richtlinien für alle CMS-Nutzer durchsetzen
Ein gehacktes WordPress kostet im Schnitt zwischen 500 und 2.000 Euro für professionelle Bereinigung, dazu kommen potenzielle Datenschutz-Meldepflichten nach DSGVO. Mehr zur Website-Sicherheit im Kontext von Pflege und Wartung bei rocks.optimize Website-Pflege und Wartung.
Backups: unterschätzt und oft vergessen
Selbst wenn dein Hoster tägliche Backups anbietet, solltest du eigene Backups an einem externen Ort aufbewahren. Hostings können ausfallen, Backups können fehlerhaft sein. Ein gutes Backup-Plugin erstellt täglich eine Kopie und legt sie automatisch bei Google Drive, Dropbox oder Amazon S3 ab. Das ist in zehn Minuten eingerichtet, und wenn es mal nötig wird, ist es das Wichtigste, was du hast.
Die ehrliche Rechnung
Selbst pflegen kostet Zeit. Zeit hat im Unternehmensalltag einen Wert. Ein guter Wartungsvertrag für eine KMU-Website kostet zwischen 80 und 300 Euro im Monat, je nach Umfang. Wenn du selbst zwei bis vier Stunden pro Monat mit Updates, Backups und Kontrollen verbringst, zahlt sich Auslagern oft schon bei einem Stundenwert von 75 Euro aus. Und das ist ohne den Puffer für den Fall, dass etwas schiefgeht.
Lass uns gemeinsam schauen, welche Aufgaben du selbst übernehmen kannst und was sinnvollerweise ausgelagert wird.
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Website-Optimierer und Gründer von rocks.optimize. Hilft KMU dabei, schnellere, sicherere und besser gefundene Websites zu bekommen.
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