Deine Website ist infiziert. Das ist kein gutes Gefühl, aber es ist lösbar. Wichtig ist jetzt kein Panik-Löschen, sondern ein strukturiertes Vorgehen. Wer überstürzt handelt, riskiert entweder unvollständige Bereinigung (der Angreifer kommt zurück) oder den Verlust funktionsfähiger Daten. Hier ist der vollständige Ablauf.
Schritt 1: Sofortmaßnahmen und Backup
Bevor du irgendetwas löscht oder veränderst:
- Alle Passwörter ändern: WordPress-Admin, FTP, Hosting-Panel, Datenbank. Verwende starke, einzigartige Passwörter für jeden Dienst.
- Backup des aktuellen Zustands erstellen, auch von der infizierten Version. Das ist wichtig für die Analyse: Welche Dateien wurden geändert? Welcher Code wurde eingeschleust?
- Website in den Wartungsmodus setzen, damit keine weiteren Besucher auf potenziell schadhafte Inhalte treffen.
- Hoster informieren, viele Hoster haben eigene Sicherheits-Teams und können beim Scan helfen oder den Account temporär isolieren.
Schritt 2: Vollständiger Scan
Jetzt analysierst du, was genau befallen ist:
- Wordfence Security (WordPress): Das kostenlose Plugin scannt alle Dateien gegen bekannte Malware-Signaturen und zeigt veränderte Core-Dateien an.
- Sucuri Scanner: Scannt extern die öffentlich zugänglichen Teile der Website auf Malware-Muster.
- Dateivergleich: Lade eine frische WordPress-Installation herunter und vergleiche kritische Dateien wie wp-login.php, wp-admin/admin.php und alle Dateien im Root-Verzeichnis mit deinen.
- Datenbank prüfen: In der wp_options-Tabelle nach verdächtigen URLs oder base64-kodierten Strings suchen, besonders im Feld
siteurlund in Widgets.
Schritt 3: Infizierten Code finden
Malware versteckt sich häufig an diesen Stellen:
wp-content/uploads/: PHP-Dateien in Upload-Ordnern haben dort nichts zu suchen.- Die
functions.phpdes aktiven Themes: Häufiges Ziel für Code-Einschleusungen. wp-config.php: Wird manchmal verändert, um externe Dateien einzubinden.- Falsche Dateinamen, die legitim aussehen, z.B.
wp-update.phpoderhello.phpim Root. - base64_decode-Aufrufe in PHP-Code, besonders lange codierte Strings.
Nützlicher Shell-Befehl, wenn du SSH-Zugang hast: find /pfad/zur/website -name "*.php" -newer /pfad/zum/referenz-datum -type f findet alle PHP-Dateien, die nach einem bestimmten Datum verändert wurden.
Schritt 4: Bereinigung
Jetzt wird aufgeräumt:
- WordPress Core neu installieren: Alle Core-Dateien durch frische Versionen ersetzen (nicht die wp-content und wp-config.php). Geht in WordPress über Dashboard > Updates > WordPress neu installieren.
- Alle Plugins deaktivieren und neu installieren, besonders wenn der Scanner Veränderungen in Plugin-Dateien findet. Alte Plugin-Versionen komplett löschen.
- Theme neu installieren oder eine saubere Backup-Version einspielen.
- Datenbank bereinigen: Unbekannte Admin-Nutzer entfernen, verdächtige Cron-Jobs löschen, Spam-Einträge in der Datenbank bereinigen.
- Upload-Ordner durchsuchen und alle PHP-Dateien entfernen.
Schritt 5: Das Einfallstor schließen
Ohne diesen Schritt ist alles andere vergeblich. Häufige Einfallstore:
- Veraltete Plugins oder Themes: Das ist mit Abstand die häufigste Ursache. Alle Updates sofort einspielen.
- Nulled Plugins oder Themes: Kostenlose "Raubkopien" von Premium-Plugins sind oft bewusst mit Backdoors versehen.
- Schwache Passwörter: Brute-Force-Angriffe auf wp-admin.
- Zu viele Admin-Nutzer: Reduziere Berechtigungen auf das Minimum.
Ergänze danach: Zwei-Faktor-Authentifizierung für Admin-Zugänge, eine Web Application Firewall (Cloudflare oder Wordfence), automatische Backups, und Uptime-Monitoring.
Wie du zukünftig durch eine gute Backup-Strategie abgesichert bist, erklären wir in Backup-Strategie für Websites. Wie du Angriffe frühzeitig erkennst, zeigen wir in Hackerangriff auf Website erkennen.
Bei rocks.optimize führen wir professionelle Malware-Entfernung durch, bereinigen deine Website vollständig und sichern sie anschließend gegen erneute Angriffe ab.
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Website-Optimierer und Gründer von rocks.optimize. Hilft KMU dabei, schnellere, sicherere und besser gefundene Websites zu bekommen.
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